Milcherzeugung in Deutschland: weltmarktabhängig, LEH- gesteuert, genossenschaftlich organisiert, ohnmächtig am Markt und in Krisen allein gelassen

Marktbeobachtungen von Hugo Gödde +++ Die Krise am Milchmarkt ist allgegenwärtig. Der Erzeugerpreis ist weit unter 40 ct/kg abgestürzt – 40% unter September. Die Ursache wird gern hin und her gewendet. Die Milchviehhalter bekommen den „schwarzen Peter“, da sie zu viel Milch produzieren. Die Regierung gibt sich nicht zuständig, z.B. auf Milchgipfeln, die besser Tunix-Treffen heißen sollten. Und die Molkereien schieben die Milchmenge in alle möglichen Kanäle und lassen die Milchbäuerinnen und Milchbauern die Zeche zahlen. Um wenigstens nicht ohne jede Hoffnung dazustehen, verweisen Branchenkenner auf eine leichte Erholung auf dem Weltmarkt und „warten“…

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BDM-Forderungspapier zur Düngegesetzgebung

Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat vor dem Hintergrund der notwendigen Regelungen der zukünftigen Düngepraxis das nachfolgende „Forderungspapier zur Düngegesetzgebung – Güllebreitverteilung (Ammoniakemissionsminderung) praxistauglicher gestalten“ veröffentlicht (nachfolgend im Wortlaut). 1) Güllebreitverteilung: Die Kontrollen der LfL haben bestätigt, was viele Landwirte während der Güllesaison 2025 bereits vermuteten. Ein erheblicher Teil der Gülleproben hat den erforderten TS-Gehalt von 4,6 % überschritten. Dies geschieht in der Regel nicht mutwillig, sondern so manchem Landwirt fehlt Güllelagerraum, vor allem nach der Wintersperrzeit.…

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„Zukunft der Weidehaltung hängt nicht am Wolf alleine“

Der Deutsche Bundestag hat die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht beschlossen. Mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD folgte das Parlament einer Beschlussempfehlung des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung die Möglichkeit einer Entnahme von Wölfen begrüßt, jedoch auch darauf hingewiesen, dass die geplanten Gesetzesänderungen bei weitem nicht ausreichen, um dem eigentlichen Ziel der Bundesregierung - einer Stärkung der Weidehaltung - ausreichend Rechnung zu tragen. Im Kern können zukünftig Wölfe in Gebieten mit einem günstigen…

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AbL-Milchtagung mündet in „Hardehausener Milch-Erklärung“

„Wir fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, nach dem Milchgipfel unmittelbar einen weiteren Gesprächstermin anzubieten. Dieses Gespräch muss sich aus der Praxis mit der Handhabung von Verträgen in der Landwirtschaft befassen, dazu Beispiele aus der Praxis einladen und die Ermittlung und Einbindung von Produktionskosten thematisieren.“ Und: „Wir fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, sich für die sofortige Aktivierung des freiwilligen Lieferverzichts auf EU-Ebene einzusetzen, wie es auch das European Milk Board (EMB) fordert.“ Das sind…

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Faire Kakaopreise sind möglich – Lidl geht voran

Der Discounter Lidl hat angekündigt, als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland ab März 2026 sein gesamtes Eigenmarken-Tafelschokoladensortiment in Festlistung auf ein neues Living Income-Programm umzustellen, das von Fairtrade entwickelt wurde. Das Programm soll dazu beitragen, die Einkommenslücke von Kakaobäuerinnen und -bauern zu einem existenzsichernden Einkommen systematisch zu schließen. Die Nichtregierungsorganisation INKOTA begrüßt den Vorstoß des Discounters, und fordert, dass sich Aldi, Rewe und Edeka anschließen, anstatt weiter Armut und Kinderarbeit in ihren Lieferketten in Kauf zu nehmen. Mit dem neuen Living Income-Programm für…

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Rainer zieht Vorschlag für GAK-Kürzung nach Kritik zurück

Der Anfang der Woche bekannt gewordene Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, die Bundesmittel in der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) im laufenden Haushaltsjahr 2026 um 150 Millionen Euro zu kürzen (von 660 Mio. Euro auf 510) ist nach heftiger und vielstimmiger Kritik unter anderem aus dem Bundestag, aus den Bundesländern, aus der Biobranche und von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft vom Minister offensichtlich zurückgezogen worden. „Von einer Kürzung der GAK kann keine Rede sein. Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, die finanziellen Mittel im Rahmen der GAK…

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Neue Gentechnik: kaum Pflanzen auf dem Markt

Obwohl sie in Ländern wie den USA, Brasilien und Kanada seit Jahren ohne Zulassung angebaut werden können, gibt es kaum Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren auf dem Markt. Dies zeigt eine Übersicht, die das Schweizer Bundesamt für Umwelt veröffentlichte. Sie erklärt auch, warum dies so ist. Der von Eva Gelinsky für das Schweizer Bundesamt für Umwelt erstellte Bericht nennt gerade mal drei NGT-Pflanzen weltweit, die angebaut und auch vermarktet werden. Das sind zwei Maissorten von Corteva mit Herbizidresistenz, die unterschiedliche Insektizide produzieren. Für deren Herstellung wurden klassische Gentechnik und Crispr/Cas kombiniert. Sie werden…

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Testbiotech-Bericht: Risiken von NGT-Pflanzen unterschätzt

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat eine weitere Stellungnahme zu Risiken von Organismen aus Neuer Gentechnik (NGT) veröffentlicht. Sie kommt erneut zu der Einschätzung, dass NGT-Pflanzen keine ‚neuen‘ Risiken aufweisen würden. Das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie Testbiotech wirft der EFSA vor, wichtige Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch auszublenden und hat dazu jetzt einen Bericht vorgelegt. Die Umweltrisiken von NGT-Pflanzen werden laut Testbiotech in der wissenschaftlichen Literatur wiederholt beschrieben. Dazu gehören negative Auswirkungen auf Bestäuber und Nahrungsnetze, Invasivität,…

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Termin-HINweise

Der AbL-Landesverband Niedersachsen/Bremen lädt zu seinem März-Stammtisch am 9. März zum Thema „Repräsentanz und Teilhabe von Frauen“ sowie zu seiner Frühjahrstagung am 15. März zum Thema „Wassermanagement für die Zukunft“ ein. Repräsentanz und Teilhabe von Frauen Der online-Stammtisch der AbL-Niedersachsen zum Thema „Repräsentanz und Teilhabe von Frauen“ am 9.März in der Zeit von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr wird, so die Einladung, Vortrag- und Workshop-Charakter haben. Als Input-Geberin konnte die Agrarsoziologin Janna Luisa Pieper gewonnen werden. „Wo und wie können sich Frauen in der Landwirtschaft auf politischer und verbandlicher Ebene…

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Erzeugerpreise im Keller – schwache Regierung zwischen Tunix und rollback - Landwirtschaft ohne Perspektive – kommen noch Treckerproteste?

Marktbeobachtungen von Hugo Gödde +++ Vor zwei Jahren im Winter 2023/24 haben große Treckerdemonstrationen die Republik aufgemischt. Für manche politische Beobachter waren sie der Anfang vom Ende der Ampelkoalition. Der Abbau der Subventionierung des Agrardiesels löste Proteste in der Landwirtschaft aus, die bundesweit in die Gesellschaft ausstrahlten. Sogar die demogeplagten Berliner jubelten den Fahrern von oft sechsstellig teuren Traktoren zu. Die Beteiligten staunten selbst über ihren Erfolg. Tatsächlich hat sich der agrarpolitische Wind seither in Deutschland und der EU gedreht. Der „green deal“ der EU ist abgewählt und die neue Koalition in…

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Ganz enthusiastisch sind wir Anfang des UN-Jahres der Frauen in der Landwirtschaft gestartet. Die Erklärung „Nicht nur ackern, auch entscheiden!“…